Regelecke

Bildschirmfoto 2016-04-29 um 10.59.19Sie spielen Tischtennis, aber die Regeln sind Ihnen bei Weitem nicht alle geläufig? Da sind Sie nicht der Einzige! In unserer Regelecke widmen wir uns genau diesem Problem und gehen verschiedenen Situationen im Tischtennis auf den Grund.

Tischberührung mit der Schlägerhand.

Ein Spieler stützt sich mit der Schlaghand ab und spielt den Ball dann herüber. Dem vorausgegangen ist ein Return des Gegners, bei dem dieser den Ball mit dem Handrücken seiner Schlaghand getroffen hat. Welche Aktion ist (zuerst) regelwidrig?

Auflösung:

Keine Aktion, weil der Ball noch immer im Spiel ist. Das Spielen des Balls mit dem Handrücken der Schlaghand von Spieler A ist genauso legitim wie der Return von Spieler B, während dessen Schlaghand auf dem Tisch aufliegt.

Im Regelwerk steht dazu:

TT-R § A 5.7: Ein Spieler schlägt den Ball, wenn er ihn im Spiel mit dem in der Hand gehaltenen Schläger oder mit der Schlägerhand unterhalb des Handgelenks berührt.

Außerdem gilt: Die freie Hand darf die Spielfläche nicht berühren; von der Schlägerhand ist nichts erwähnt und daher erlaubt.


Zeitspiel – wenn Abwehrer kein Ende finden.

Heute kommt eine Regel, salopp auch als ‚Zeitspiel‘ bekannt, vor allem in Duellen von reinen Abwehrspezialisten und in den unteren Ligen zur Anwendung. Doch welche Konsequenzen hat sie genau? Wissen Sie Bescheid?

Auflösung:

Das Zeitspiel, auch Wechselmethode genannt, setzt ein, wenn ein Satz nach zehn Minuten noch nicht beendet ist und beide Spieler nicht mindestens 9 Punkte haben. Beim Zeitspiel wechselt das Aufschlagsrecht nach jedem Punkt. Die Punkte werden wie nach den “normalen Tischtennis Regeln” vergeben, mit einer Ausnahme:
Wenn der Gegner des Aufschlagenden 13 mal den Tischtennis Ball erfolgreich zurückgespielt hat, erhält er den Punkt. Das heißt, bei einem Ballwechsel finden maximal 13 Ballwechsel statt.
Sind noch weitere Sätze zu spielen, dann werden diese auch im Zeitspielmodus durchgeführt.


Bauch, Arm, Hand. Wann darf man doppelt ran?

Keine Frage, mit dem Thema „Doppelberührung“ hat sicher jeder von Ihnen schon seine Erfahrungen gemacht. Der Ball springt auf den Daumen und dann erst auf den Schläger oder er streift das Trikot und wird dann noch geschlagen. Die große Frage ist: Unter welchen Umständen bekommt der Gegner bei solch einer Doppelberührung direkt einen Punkt und wann nicht?

Auflösung:

Bauch, Arm, Unterarm, Hand, Schläger – im Tischtennis Jacke wie Hose? Nein, in den Regeln wird da ein Unterschied gemacht. Selbst eine unabsichtliche Doppelberührung wird geahndet, wenn man den Ball nicht mit dem Schläger oder der Schlägerhand spielt. Denn der Bauch und der Arm gehören per Definition nicht dazu.

Damit im Zusammenhang stehen folgende Paragraphen:

TT-R A 10.1: „Sofern der Ballwechsel nicht wiederholt wird, erzielt der Spieler einen Punkt,
TT-R A 10.1.6: wenn sein Gegner den Ball absichtlich zweimal in Folge schlägt.“

Übrigens, die Unterscheidung zwischen „absichtlich“ und „unabsichtlich“ wurde erst im Jahr 2010 eingeführt!

Aber womit darf überhaupt geschlagen werden?

TT-R A 5.7: „Ein Spieler schlägt den Ball, wenn er ihn im Spiel mit dem in der Hand gehaltenen Schläger oder mit der Schlägerhand unterhalb des Handgelenks berührt.“

TT-R A 10.1: „Sofern der Ballwechsel nicht wiederholt wird, erzielt der Spieler einen Punkt,
TT-R A 10.1.3: wenn der Ball, nachdem er ihn auf- oder zurückgeschlagen hat, irgendetwas anderes als die Netzgarnitur berührt, bevor er von seinem Gegner geschlagen wird.“


Den Noppenbelag beim Einspielen auslassen?

Lange Noppen sind für viele Tischtennisspieler ein rotes Tuch. Tritt der Gegner mit einem solchen Belag an den Tisch, sieht so mancher seine Gewinnchancen schnell schwinden. Eine gute Möglichkeit, sich mit den Spieleigenschaften des gegnerischen Belags vertraut zu machen, ist eigentlich die Einspielphase. Doch was passiert, wenn der Gegner die Noppenseite dort einfach nicht verwendet? Darf er das?
Seine stärksten Waffen will man dem Gegner natürlich nicht direkt zu Beginn auf dem Silbertablett servieren. Da liegt es auf der Hand, den Noppenbelag, der so manchem Gegner in der Vergangenheit Kopfschmerzen bereitet hat, beim Einspielen noch nicht zu benutzen. Die Frage ist, ob der Gegner nicht ein Recht darauf hat, beide Seiten des Schlägers in Aktion zu erleben.

Auflösung:

Es ist nicht reglementiert, dass sich der Spieler zwangsläufig mit beiden Seiten einspielen muss. 

Der passende Paragraph, in dem eben nichts über das beidseite Einspielen steht, ist der Paragraph B 4.3.1: „Die Spieler haben das Recht, sich unmittelbar vor Spielbeginn, jedoch nicht in den normalen Pausen, an dem Tisch, der bei ihrem Spiel verwendet wird, bis zu zwei Minuten lang einzuspielen.“


Was ist erlaubt, wenn der Ball außerhalb der Box ist?

In einem Ballwechsel geht es hoch her und am Ende fliegt der Ball aus der Box. Zeit genug für den in der Box wartenden Spieler, sich vom Trainer einen Tipp abzuholen – oder?!
Nicht nur im Amateurbereich, auch bei den Profis kommt es immer wieder vor, dass der Ball aus der Box fliegt und meist einer der beiden Spieler diesen zurückholt. Was darf der andere Spieler in dieser Zeit tun? Sich mit seinem Trainer beraten oder sich mit seinem Handtuch abtrocknen?

Auflösung:

Ein Coaching ist nicht gestattet. Jedoch darf der gegnerische Spieler währenddessen zum Handtuch greifen. Ganz unabhängig vom Spielstand!

Denn: Gemäß dem Wortlaut im ITTF-Handbook ist es zulässig, dass ein Spieler auch außerhalb der erlaubten Handtuchpausen zum Handtuch geht, wenn das Spiel angehalten ist.


 Schlägerreinigung im Spiel erlaubt?

Staub, Schmutz oder Fettrückstände haben auf einem Belag nichts zu suchen. Klar, dass man seinen Schläger vor einem wichtigen Spiel pflegt und reinigt, damit man unter besten Bedingungen in die Partie starten kann. Was passiert aber, wenn man während des Spiels, zum Beispiel in der Satzpause, zu einem feuchten Schwämmchen greift, um störende Partikel zu entfernen? Ist das erlaubt?

Auflösung:

So notwendig es in manchen Fällen auch wäre, seinen Schläger während des Spiels mit einem Schwamm zu reinigen, erlaubt ist es nicht! Denn in der WO ist klar geregelt, welche Materialen mit in oder an der Box sein dürfen. Ein feuchter Schwamm oder Belagreiniger ist nicht aufgeführt.

Weiterhin ist dann die Regel TT-R § B 4.2.5 wichtig: In den Pausen während eines Spiels lassen die Spieler ihren Schläger auf dem Tisch liegen, sofern ihnen nicht der Schiedsrichter etwas anderes erlaubt. In allen Fällen, wo der Schläger an der Hand festgebunden ist, muss der Schiedsrichter dem Spieler erlauben, den Schläger auch während der Pausen an der Hand festgebunden zu lassen.


Falsche Aufschlagreihenfolge im Doppel

Vielleicht haben Sie diese Situation schon einmal erlebt: Im Doppel macht der falsche Spieler zweimal Aufschlag und die Ballwechsel werden trotzdem gespielt. Erst danach fällt einem der Beteiligten der Fehler auf. Wie ist jetzt wohl zu entscheiden?

Auflösung:

Der gerade gespielte Ballwechsel wird noch gezählt, danach wird die Aufstellung korrigiert.

Die passenden Regelparagraphen zum dargestellten Fall gibt’s gleich hinterher:

TT-R § A 14.1: Wenn ein Spieler außerhalb der Reihenfolge auf- oder zurückschlägt, wird das Spiel vom Schiedsrichter unterbrochen, sobald der Irrtum bemerkt wird. Danach schlägt der Spieler auf oder zurück, der nach der zu Beginn des Spiels festgelegten Reihenfolge auf- oder zurückschlagen müsste. Im Doppel gilt die Aufschlagreihenfolge, die von dem im fraglichen Satz zuerst aufschlagenden Paar gewählt wurde.

TT-R § A 14.3: Auf jeden Fall werden alle Punkte, die vor der Entdeckung eines Irrtums erzielt wurden, gezählt.


Ball ohne „Schiri-Pfiff“ aufgefangen. Und nun?

„Nee nee, der hat dein Trikot berührt“, sagt Spieler A und fängt den Ball seines Gegners ab. Mit dem Spielgerät in der Hand schauen er und sein Gegner, der die Situation womöglich ganz anders bewertet, zum Schiedsrichter und warten auf sein Urteil. Doch weiß dieser, wie er laut Regelwerk in solch einem Fall reagieren muss? Darf einer der Spieler einfach eigenmächtig den Ball auffangen? Hängt die Entscheidung des Schiris davon ab, wie er selbst diesen Schlag gesehen hat? Oder wird der Ballwechsel in jedem Fall wiederholt?

Auflösung:

Tatsächlich ist es so, dass ein Spieler nicht einfach einen Ball fangen darf, wenn er der Meinung ist, dass sein Gegner zuvor einen Fehler gemacht hat (der Ball z.B. das Trikot berührt hat). Dann ist laut Regelwerk auf Punkt für den Gegner zu entscheiden. 

In den Tischtennisregeln ist das festgelegt im Paragraphen A 10.1.6: „Sofern der Ballwechsel nicht wiederholt wird, erzielt der Spieler einen Punkt, wenn sein Gegner den Ball aufhält.“


Muss mein Gegner mir seinen Schläger zeigen?

Gerade wenn es gegen Materialspieler geht, ist das nicht die schlechteste Idee: Sie lassen sich den Schläger Ihres Gegners zeigen und wissen, womit Sie es in den nächsten Sätzen zu tun bekommen. Doch ist der Gegner wirklich verpflichtet, Ihnen den Schläger auch zu zeigen?

Auflösung:

„Ich packe den Schläger nicht aus!“ gibt es beim Tischtennis nicht. Man muss auch nicht auf eine Erlaubnis des Schiedsrichters warten, um den Schläger des Gegners zu begutachten, sondern hat vor dem Spiel und bei einem Schlägerwechsel sogar das Recht dazu. 

Im Regelwerk liest sich das so:

TT-R § A 4.8: „Vor Spielbeginn und jedes Mal, wenn er während des Spiels den Schläger wechselt, muss der Spieler seinem Gegner und dem Schiedsrichter den Schläger zeigen, mit dem er spielen will, und muss ihnen gestatten, den Schläger zu untersuchen.“


Was passiert bei zeitgleichem Time-Out?

In den meisten Fällen wird ein Time-Out genommen, weil es bei dem einen Spieler gerade nicht so gut läuft, während der Gegner Punkt um Punkt macht. So kommt der Schiri im Normalfall nicht in die Verlegenheit, zu entscheiden, was zu tun ist, wenn beide Spieler gleichzeitig ihre Auszeit nehmen wollen?

Auflösung:

Den Spielern wird insgesamt eine Pause von bis zu einer Minute gewährt, danach darf keiner der Spieler mehr ein Time-Out nehmen.

In den TT-R § B 4.4.2.6 steht dazu: „Wird ein berechtigter Wunsch auf Time-Out gleichzeitig von beiden Spielern/Paaren oder in ihrem Interesse geäußert, wird das Spiel wieder aufgenommen, wenn beide Spieler oder Paare spielbereit sind, spätestens jedoch nach Ablauf von 1 Minute. Im weiteren Verlauf dieses einzelnen Spiels hat dann keiner der Spieler (keines der Paare) Anspruch auf ein weiteres Time-Out.“


 Ball kaputt! Und jetzt?

Auch Tischtennisbälle sind wie wir wissen nicht ewig haltbar. Und so kann es im ungünstigsten Fall passieren, dass das Spielgerät mitten in einem Match kaputt geht und ersetzt werden muss. Was für Rechte haben aber die beiden Spieler in einer solchen Situation? Darf die Partie für eine Einspielphase unterbrochen werden? Und wenn ja, wie lange? Sie haben keine Ahnung?

Auflösung:

Wenn der Ball kaputt geht, muss man sich mit dem neuen Spielgerät natürlich vertraut machen. Die Vermutung vieler, dass man hierfür bis zu zwei Minuten Zeit hat, ist allerdings falsch. Vielmehr dürfen Sie sich „ein paar Ballwechsel lang“ an den Ball gewöhnen.

Nachzulesen ist das in den TT-R § B 4.3.3: „Den Spielern ist ausreichend Gelegenheit zu geben, das zu verwendende Spielmaterial zu prüfen und sich damit vertraut zu machen. Das gibt ihnen jedoch nicht automatisch das Recht, sich mehr als ein paar Ballwechsel lang einzuschlagen, nachdem ein beschädigter Ball oder Schläger ersetzt wurde.“


 Welche Rechte hat der Gegner bei meinem Time-Out?

Jedem Spieler steht pro Partie ein Timeout zu. Das steht nicht zur Diskussion. Dass sich während meines Timeouts auch mein Gegenspieler beraten darf, ist ebenso klar wie Kloßbrühe. Muss er sich allerdings auch in der Dauer der Auszeit nach mir richten? Also bestimme ich, wann es wieder zurück an die Tische geht, auch wenn mein Gegner gerne noch länger mit seinem Coach gequatscht hätte?

Auflösung:

Sobald der Spieler (das Paar), der (das) Time-Out verlangte, bereit ist weiterzuspielen, spätestens jedoch nach Ablauf einer Minute, wird das Spiel wieder aufgenommen. Allerdings darf der Gegner direkt danach auch noch sein Time-Out nehmen, um die Beratungszeit zu verlängern“.

Laut TT-R § B 4.4.2.3 kann ein „Time-Out nur zwischen zwei Ballwechseln in einem Satz verlangt werden“. Dies schließt zwar aus, dass das Timeout während eines Ballwechsels oder vor einem Satz verlangt wird, nicht aber nach dem Timeout des Gegners.


 Welcher Doppelpartner schlägt auf?

Na klar, die Münze entscheidet vor dem Spiel, welches Pärchen sich den Auf- sowie Rückschlag oder die Seite (was seltener der Fall ist) aussuchen darf. Und dass das aufschlagende Doppel selbst entscheiden darf, welcher Spieler den ersten Ball ‚einwirft‘, dürfte auch den meisten bekannt sein. Welche Regelung gilt aber für die folgenden Sätze? Wer muss beispielsweise im dritten Durchgang zuerst aufschlagen?

Auflösung:

Viele Dinge werden im Tischtennis-Regelwerk vorgeschrieben. In diesem Fall haben die Spieler allerdings tatsächlich die freie Wahl. 

Wer es noch einmal genau wissen will, hat hier wie immer den passenden Regelparagraphen:

TT-R § A 13.4: „In jedem Satz eines Doppels bestimmt das Paar, das die ersten 2 Aufschläge auszuführen hat, welcher der beiden Spieler zuerst aufschlägt. Im ersten Satz eines Spiels bestimmt daraufhin das gegnerische Paar, welcher seiner beiden Spieler zuerst zurückschlägt. In den folgenden Sätzen wird zunächst der erste Aufschläger gewählt. Erster Rückschläger ist dann der Spieler, der im Satz davor zu ihm aufgeschlagen hat.“


Ausgedehntes Ballaufticken erlaubt?

Um den eigenen Gegner aus dem Konzept zu bringen, wird so mancher Trick angewandt: Der ein oder andere alte Fuchs lässt sich z.B. beim Schuhezubinden mehr Zeit als er eigentlich bräuchte. Aber auch ausgedehntes Ballaufticken kann dem Spieler auf der anderen Seite schon einmal den letzten Nerv rauben. Ist das überhaupt erlaubt?

Auflösung:

Eine spezielle Regel zu vorgestelltem Fall gibt es zwar nicht, allerdings sind der Schiedsrichter, der Schiedsrichter-Assistent oder der Schlagzähler laut TT-R § B3.2.3.9 dazu verpflichtet, „für ununterbrochenes Spiel zu sorgen“. 


Wer nimmt die Auszeit?

Oje, irgendwie landet gerade keiner Ihrer Bälle dort, wo er hin soll. Da hilft eigentlich nur eine kurze Verschnaufpause, um sich noch einmal neu zu fokussieren. Doch wer darf Ihr Time-Out beantragen? Sie selbst? Oder Ihr Betreuer? Oder beide?

Auflösung:

Der Spieler oder der benannte Berater dürfen ein Time-Out anzeigen. 

Wie immer haben wir hier zum Beweis noch den passenden Regelparagraphen für Sie:

TT-R § B 4.4.2.1: „In einem Individualwettbewerb können der Spieler, das Paar oder der benannte Berater den Wunsch nach einem Time-Out äußern, in einem Mannschaftswettbewerb der Spieler, das Paar oder der Mannschaftskapitän.“


Was passiert bei einem wirklichen „Nassen“?

Als „Nasse“ werden im Tischtennis gemeinhin glückliche Bälle wie Netzroller und Kantenbälle bezeichnet. In der heutigen Folge unserer Regelecke wollen wir uns allerdings mit richtigen „Nassen“ beschäftigen, mit Bällen, die durch Schweiß oder Ähnliches feucht geworden sind und dadurch ein rotationsreiches Spiel unmöglich machen. Wie ist zu entscheiden, wenn der Ball nass ist?

Auflösung:

Wo auch immer die Feuchtigkeit hergekommen ist, im Fall eines nassen Balls wird keine Ausnahme gemacht. Der Punkt zählt ganz normal. Diese Situation ist zwar nicht explizit im Regelwerk aufgeführt, wir ziehen aber folgenden Paragraphen zurate.

TT-R § A 5.2: „Der Ball ist im Spiel vom letzten Moment an, in dem er – bevor er absichtlich zum Aufschlag hochgeworfen wird – auf dem Handteller der freien Hand ruht, bis der Ballwechsel als Let (Wiederholung) oder als Punkt entschieden wird.“
Dieser Paragraph regelt, von wann bis wann der Ball im Spiel ist. Da ja keine Unterbrechung vorliegt, wenn der Ball aufgrund von Nässe direkt vom Schläger herunterfällt, muss also auf Punkt entschieden werden. „Der Spieler ist selber für sein Material verantwortlich“, ergänzt unser Regelteam. „Wenn er also so stark schwitzt, dass ein Schweißtropfen auf dem Schläger landet, sollte er ein Schweißband nutzen oder die Haare so stylen, dass das nicht möglich ist.“ Die Möglichkeit, dass die Nässe auch vom Gegner gekommen sein könnte, ist für den Schiedsrichter schwer zu bemerken. Am Ende sieht man schließlich nur das Resultat – nämlich, dass der Ball herunterfällt.


„Ich war noch nicht bereit!“ Und jetzt?

Wer ein fairer Sportsmann sein will, wartet mit dem Aufschlag freilich, bis sein Gegner bereit ist. Trotzdem kommt es vor – ob mit oder ohne Absicht, sei jetzt einmal dahingestellt -, dass jemand den Ball ins Spiel bringt, während sein Gegenüber offensichtlich noch nicht fertig ist. Wie wird mit solch einer Situation umgegangen? Und wie kann man objektiv entscheiden, ob jemand nicht spielbereit war?

Auflösung:

Ihr Gegner schlägt auf, obwohl Sie noch gar nicht bereit waren? Keine Angst, damit kommt er nicht durch. Denn die richtige Lösung ist, dass das Spiel wird sofort unterbrochen und der Ballwechsel wiederholt wird. 

Hier ist der passende Regelparagraph:

TT-R § A 9.1.2: „Ein Ballwechsel muss wiederholt werden, wenn aufgeschlagen wird, bevor der Rückschläger oder sein Partner spielbereit ist. Voraussetzung ist allerdings, dass weder der Rückschläger noch sein Partner versuchen, den Ball zu schlagen.“
Wenn also kein Versuch gestartet wird, einen Ball zu schlagen, ist der Rückschläger auch noch nicht spielbereit und der Ballwechsel muss wiederholt werden. Könnte diese Regelung nicht auch ausgenutzt werden? So dass ein Spieler sich bei einem unerreichbaren Aufschlag einfach nicht bewegt und darauf spekuliert, als ’nicht spielbereit‘ durchzukommen? Unsere Regelexperten merken dazu an, dass es quasi eine Höchstleistung ist, den Aufschlag zu sehen, zu ‚lesen‘ und ihn dann als ’schwierig‘ einzustufen. Die Automatismen des Körpers würden dem Spieler also wohl einen Strich durch die Rechnung machen. „Wenn es nun aber des Öfteren so vorkommt, soll der Schiedsrichter den Rückschläger ermahnen“, rät unser Regelteam. „Normalerweise deutet der Rückschläger seine Bereitschaft ja dadurch an, dass er sich entsprechend am Tisch positioniert und meistens auch etwas tiefer steht. Das ist ja dann keine ’normale‘ Körperhaltung.“


Entschuldigung während des Ballwechsels?

Höflichkeit und gutes Benehmen sind ja schön und gut. Sie können einem aber unter Umständen auch mächtig auf den Senkel gehen. Zum Beispiel, wenn der Gegner sich mitten im Ballwechsel für einen Netzroller oder Kantenball entschuldigt, obwohl noch gar nicht gesagt ist, ob der Ball überhaupt schon verloren ist. Im schlimmsten Fall irritiert einen dieser Ausruf so sehr, dass man einen dummen Fehler macht. Deshalb: Ist das überhaupt erlaubt?

Auflösung:

Gemeinhin passiert in einer solchen Situation nichts. Das Spiel geht weiter und man muss sich gegebenenfalls über den Punktverlust ärgern. 

Zur Erklärung: Was würde zum Beispiel passieren, wenn die womöglich versehentlich herbeigeführte Situation vorsätzlich eingesetzt werden würde?! Immer wenn ich in einer bedrohlichen Situation bin, sage ich etwas und fordere eine Wiederholung des Ballwechsels. Das ist natürlich nicht machbar.
Wenn man als Schiedsrichter einen Vorsatz erkennen kann, unterbricht man den Ballwechsel, zeigt dem entsprechenden Spieler die gelbe Karte und wiederholt den Ballwechsel. So ist es jedenfalls als Regelauslegung vorgesehen, wenn ein Spieler bei seinen Schlägen störend stöhnt und man nach einer mündlichen Ermahnung keine Besserung erkennen kann. Dies würde man dann analog bei mutwilligen Störungen anwenden.


Ball beim Aufschlag fallen gelassen. Weiter geht´s?

Wie ist zu entscheiden, wenn der Ball hochgeworfen wird, der Spieler aber gar nicht erst versucht, diesen zu schlagen?

Auflösung:

Sie haben den Ball zum Aufschlag nicht optimal angeworfen und wollen jetzt noch einen Versuch? Pustekuchen! Sobald der Ball die Hand verlassen hat, ist er im Spiel. Dann ist es auch völlig gleichgültig, ob er anschließend noch aufgefangen oder fallengelassen wird: es handelt sich um einen Fehlaufschlag. Der Gegner bekommt einen Punkt.

Zum Nachlesen hier wie immer der passende Paragraph:

TT-R § A 5.2: „Der Ball ist im Spiel vom letzten Moment an, in dem er – bevor er absichtlich zum Aufschlag hochgeworfen wird – auf dem Handteller der freien Hand ruht, bis der Ballwechsel als Let (Wiederholung) oder als Punkt entschieden wird.“


Netzpfosten & Co. – wann wird weiter gespielt?

Im Normalfall trifft der Ball ohne besondere Zwischenfälle auf der anderen Seite auf, gelegentlich berührt er das Netz. Dass der Netzpfosten oder gar die Netzhalterung bei einem Ballwechsel getroffen wird, kommt eher selten vor. Doch wie wäre in diesem Fall zu entscheiden?

Auflösung:

Hierbei ist von Belang: Was gehört alles zum Netz?
Wie Sie dem unten stehenden Paragraphen entnehmen können, gehören nicht nur die Netzkante, sondern auch die Halterung und der Pfosten zur Netzgarnitur. Damit wird der Ballwechsel ganz normal weitergeführt, wenn der Ball vom Netzpfosten, von der -halterung oder beidem auf die gegnerische Hälfte springt

Der passende Paragraph findet sich hier:

TT-R § A 2.1: „Die Netzgarnitur besteht aus dem Netz, seiner Aufhängung und den Pfosten einschließlich der Zwingen, mit denen sie am Tisch angebracht sind.“


Schlägerwurf zum möglichen Punktgewinn?

Die Situation dürfte geläufig sein: Ein Ball berührt das Netz und tropft kurz dahinter ab, was eigentlich ein sicherer Punkt für den Gegner ist. Um den Ball doch noch zu erreichen, wirft der Spieler den Schläger in dessen Richtung. Damit der Ball dann noch den Weg über das Netz findet, dazu gehört schon eine Menge Glück. Aber könnte man so überhaupt noch zum Punktgewinn kommen?

Auflösung:

Darf ich meinen Schläger nach vorne über den Tisch werfen, um vielleicht doch noch an den Netzroller zu kommen, den mir mein Gegner soeben beschert hat? Nein, darf ich nicht. Ich muss den Schläger schon in der Hand halten, wenn ich ihn zum Spielen des Balles benutze. Punkt für den Gegner.

Den passenden Regelparagraphen gibt es wie immer hier:

TT-R A 5.7: „Ein Spieler schlägt den Ball, wenn er ihn im Spiel mit dem in der Hand gehaltenen Schläger oder mit der Schlägerhand unterhalb des Handgelenks berührt“


Wie lange darf eine Verletzungspause dauern?

Auch wenn der Tischtennissport auf den ersten Blick zu den eher ungefährlichen Sportarten gehört, kann es auch in Duellen mit dem kleinen weißen Ball hier und da zu Unfällen kommen. Doch wie viel Zeit bleibt einem Spieler, der unglücklicherweise mit dem Tisch kollidiert, umgeknickt oder aus Versehen hingefallen ist, um sich wieder spielbereit zu machen?

Auflösung:

Auch bei einem Unfall kann der Oberschiedsrichter das Spiel nicht nach Belieben unterbrechen. Er kann lediglich eine Paus von bis zu 10 Minuten gewähren!

Dies können Sie hier in den Tischtennisregeln nachlesen:

TT-R § B4.4.4 „Der Oberschiedsrichter kann eine Spielunterbrechung von so kurzer Dauer wie möglich, jedoch keinesfalls mehr als zehn Minuten, gewähren, falls ein Spieler durch einen Unfall vorübergehend behindert ist. Voraussetzung dafür ist, dass die Unterbrechung nach Ansicht des Oberschiedsrichters den gegnerischen Spieler oder das gegnerische Paar nicht übermäßig benachteiligt.“