Chronik

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Die ersten Jahre

Tischtennis wurde in Kerpen und Umgebung sicherlich auch schon vor dem 2. Weltkrieg gespielt. Der erste offizielle Verein im Erftkreis aber wurde im Herbst 1948 der TTC 1948 Mödrath. In der Gründungsurkunde heißt es „Am 28. November 1948 Vormittag um 11 Uhr beschlossen die Sportskameraden Peter Haves, Helmut Heubach, Heinz Hungenberg, Heinz Jacob, Hermann Kaldenbach, Karl Otto, Hans Puderbach und Josef Wingen die Gründung eines Tischtennisclubs unter dem Namen TTC 48 Mödrath“. Vorausgegangen war ein fehlgeschlagener Versuch, innerhalb des Vereins ESV Jugend 1919 Mödrath eine Tischtennisabteilung zu gründen. Dieser Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass es sich doch lediglich um Neulust handele und eine Tischtennisabteilung keine Zukunft habe…

Kurzerhand wurde daraufhin der TTC 48 Mödrath im Vereinslokal Fritz Uhles am Bahnhof in Mödrath ins Leben gerufen. Während der Fußballclub ESV Jugend 1919 Mödrath, der den Tischtennisspielern bekanntlich keine Zukunft bescheinigte,  bereits seit über 30 Jahren nicht mehr existiert, besteht der Tisch-Tennis-Club 1948 Mödrath im Jahre 2001 bereits 53 Jahre.

Das Startkapital des Vereins betrug 85 DM, was in Anbetracht der Währungsreform ohne Zweifel eine Menge Geld war. Man kaufte sich eine Tischlerplatte und ein freundlicher Schreinermeister und ein dem neuen Verein ebenso freundlich gesonnener Malergeselle machten daraus einen wettkampftüchtigen Turniertisch. Ein weiterer Gönner stiftet noch das fehlende Untergestell. Ein Netz für 4 DM, ein paar Schläger (darunter einige selbst gezimmerte „Brettchen“) und einige mehr oder weniger „eiernde“ Tischtennisbälle kamen hinzu, was die Betroffenen jedoch nicht weiter störte, denn schließlich ging es ihnen um den Spaß.

Die Aufnahme in den Westdeutschen-Tischtennis-Verband erfolgte im Januar 1949 mit der Zuordnung in den damaligen Kreisverband Köln. Auf Initiative des TTC Mödrath wurde 1962 der Kreisverband Bergheim (heute Erftkreis) gegründet.

Der damalige 2.500 Einwohner große Ort Mödrath, unter anderem als Eisenbahn-Knotenpunkt und Verschiebebahnhof in den letzten Kriegstagen von den Militärs als überaus wichtigen strategischen Punkt angesehen, war einige Wochen hart umkämpft und wurde dadurch erheblich zerstört. Der TTC musste sich deshalb mit den beengten Räumlichkeiten in der Vereinsgaststätte Fritz Uhles (hier konnte lediglich ein Tisch aufgestellt werden) zufrieden geben. Da durch den Krieg auch alle übrigen Säle in der Gemeinde nicht benutzbar waren, blieb eine Aufwärtsentwicklung zunächst nur ein Wunschtraum. Vorerst konnte auch nicht an die Gründung einer für den Verein so überaus wichtigen Jugendabteilung gedacht werden. Gerade aber das Bemühen um die Jugend war immer das Hauptanliegen der Gründungsmitglieder gewesen. Nicht zuletzt deswegen, weil alle acht nicht nur ihre besten Jugendjahre in der schrecklichen Kriegszeit opfern mussten, sondern darüber hinaus auch mit körperlichen und seelischen Schäden aus Gefangenschaft bzw. Internierung so nach und nach heimkehrten.

Erst 1950 erfolgte die Gründung einer Jugendabteilung und 2 Jahre später kam es auch zur Einrichtung einer Damen- und Mädchenabteilung. Die Mitgliederzahl stieg stetig und war Ende 1956 auf rund 50 angewachsen. Für den Trainingsbetrieb und die Teilnahme von fünf Mannschaften an den Verbandsspielen war das Spielen an nur einem Tischtennistisch recht problematisch. Da auch weiterhin die jahrelange intensive Bemühung um die Nutzung der Schulaula auf dem Giersberg bei der Gemeinde, beim Amt bis hin zum Regierungspräsidenten erfolglos blieb, war der Verein gezwungen, einen Aufnahmestopp festzulegen. Glücklicherweise dauerte dieser Zustand nur wenige Monate, denn Anfang 1957 konnte der TTC in den zwischenzeitlich notdürftig renovierten großen Saal der Gaststätte Adolf Keymer an der Hauptstrasse einziehen. Hier war Platz für 3 Tische zum Training und für den Wettkampf reichte es zumindest für 2 Tische. Sowohl zuvor in der Gaststätte Fritz Uhles als nun auch die Gaststätte Adolf Keymer stellten die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Dafür an dieser Stelle nochmals vielen Dank!

Dann kam die schwere Zeit der Ortumsiedlung. Die bereits Anfang der 50er-Jahre aufgetretenen Gerüchte, der Ort Mödrath müsse dem Braunkohletagebau weichen, bewahrheiteten sich zum Leidwesen der Bevölkerung und wurde schließlich Mitte der 50er-Jahre zur bitteren Gewissheit. Damit erklärte sich auch, warum damals jeglicher Hausneubau, Straßenerneuerung und nicht zuletzt auch die Renovierungen der in der Gemeinde vorhandenen vier Gaststätten-Säle stagnierte bzw. überhaupt nicht in Angriff genommen wurde.

Da der Braunkohleabbau immer weiter voranschritt und auch bereits den Ort erreichte und somit der Abriss des Keymerschen Saales kurz bevorstand, erhielt der TTC 1959 endlich die Genehmigung des Regierungspräsidenten zur Nutzung der Schulaula am Giersberg.

Hier konnte zwar an 4 Tischen gespielt werden, doch nahm die Mitgliederzahl von Monat zu Monat ab. Wie bereits erwähnt war die Zeit der Abbaggerung und der damit verbundenen Ortumsiedlung für jeden Ortsverein ein großes Problem. Die Einwohner Mödraths wurden in Zuge der Umsiedlung mal hier hin, mal dort hin verstreut. Bergarbeiter zogen näher an ihren Arbeitsort heran, Landwirte erhielten in anderen Gegenden der Bundesrepublik eine neue Existenz und die rund 120 Eisenbahner-Familien siedelten fast geschlossen nach Horrem um. Zu dieser Zeit zählte der TTC Mödrath, der vor der Umsiedlung rund 50 Mitglieder umfasste, gerade noch 15 Mitglieder. Statt wie bisher mit 5 Mannschaften war man praktisch von heute auf morgen nur noch mit einer Mannschaft auf Verbandsebene vertreten.

Der Umzug von Alt-Mödrath nach Neu-Mödrath erfolgte Ende 1961 – und zwar in die Turnhalle der Albertus-Magnus-Strasse. Nunmehr konnte sich der Verein wieder intensiv um neue Mitglieder, insbesondere um jugendlichen Nachwuchs, kümmern. Die Bemühungen waren von Erfolg gekrönt und innerhalb von 2 Jahren stieg die Mitgliederzahl auf stolze 150 im Jahre 1963 an. Dreizehn Jahre später siedelte der TTC in die neue Großsporthalle am Tagesheimgymnasium Kerpen an der Phillip-Schneider-Strasse um und ab Januar 1976 stieg die Zahl der Mitglieder stetig an und hat sich seit Jahren auf rund 260 zumeist aktive Mitglieder eingependelt. Mit durchweg 30 bis 36 an Verbandsspielen teilnehmenden Mannschaften gehört der TTC 1948 Mödrath sicherlich auch zu den mitgliederstärksten und aktivsten Tischtennisvereinen im westdeutschen Verbandsgebiet…