Kommentar

Nun unterbricht also auch der Westdeutsche Tischtennis-Verband die laufenden Saison wegen Corona (https://nrw-tischtennis.de/). Nach den Meldungen der letzten Tagen und Wochen nicht weiter verwunderlich.

Sport tut dem Immunsystem gut. Das haben all jene, die es von Berufs wegen wissen müssen, bereits zu Beginn der Corona-Krise versichert. Dabei gibt es nicht nur die physische, sondern auch die psychologische Komponente, die für Menschen überaus wichtig ist.

Letztere rückt mit steigenden Corona-Zahlen wieder in den Vordergrund. Die Verunsicherung ist riesig. Bei Politikern, die entscheiden. Und bei Sportlern, die den Freizeitausgleich einschränken müssen oder sogar komplett lassen sollen.

Zunächst einigte man sich des WTTV auf Meisterschaftsspiele ohne Doppel. Nun also der komplette Tischtennis-Lockdown in NRW. Wobei… wer trainieren will, der darf dies gemäß Corona-Schutzverordnung (noch). Wenn man aber doch trainieren darf – weshalb dann keinen Wettkampf austragen?

Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass nach und nach sowieso immer mehr Hallen geschlossen werden und ein geordneter Spielbetrieb folglich nicht sichergestellt wäre. Andererseits wird vielerorts mit zweierlei Maß gemessen.

Während ein (ehemals) erfolgreicher Fußballverein in einer Großstadt ganz in der Nähe zuletzt nur 300 Zuschauer in seine 50.000-fassende Arena (unter freiem Himmel) hereinlassen durfte, fand am gleichen Abend in der nahegelegenen Philharmonie (geschlossener Raum, Fassungsvermögen unter 2.000 Personen) ein Konzert vor 1.000 Zuschauern statt. Mit Logik kann man da wohl niemandem beikommen…

Die bittere, weil nicht klar zu beantwortende Frage zu Corona-Zeiten lautet: wird dieser sportliche Lockdown etwas nützen?

Bezogen auf unseren Verein ist die aktuelle Entwicklung besonders schade, ist die Halle seit deren Öffnung doch regelmäßig „ausgebucht“. Eine solche Motivation und Trainingseifer hatten wir seit Jahren nicht.

Hinzu kommt: welchen sportlichen Wert hat die gestern veröffentliche Entscheidung, nur die Rückrundenspiele im neuen Jahr anzusetzen, deren Spiele in der Hinrunde nicht gespielt wurden? Im konkreten Beispiel wird unsere 1. Herren-Mannschaft frühestens am 06. März gegen den TTF Kreuzau an die Tische gehen. In einer 10er-Liga hat man dann im optimalen Fall in einem Jahr ganze 9 Meisterschaftsspiele ausgetragen.

Da hätte man die Saison auch komplett abbrechen und sämtliche Partien annullieren können. Meine Meinung.

Was an dieser Stelle nicht zu kurz kommen sollte: bleibt alle gesund!

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