Wie geht es weiter? Teil 2

Korrekter müsste die Frage vielleicht eher heißen: Wie kann es weitergehen? Eigentlich hatte ich vor, mal ein bisschen zu spekulieren, wie man eventuell wieder trainieren kann. Doch wie bereits im letzten Artikel angekündigt hat der DOSB seinen Fachverbänden angeraten, einen Maßnahmenkatalog zur Wiedereröffnung des Trainigsbetriebs zu erstellen. Und siehe da, der DTTB hat, ähnlich wie auch andere Sportverbände, sehr schnell reagiert und ein auf Tischtennis angepasstes Konzept entworfen. Demnach spricht der DTTB „Empfehlungen zum vereinsbasierten Sporttreiben im Tischtennis“ aus. Diese findet ihr unter https://www.tischtennis.de/news/corona-empfehlungen-zum-vereinsbasierten-sporttreiben-im-tischtennis.html. Der Einfachheit halber kopiere ich euch den ganzen Text hierhin:

„Über den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und die Landessportbünde sind der Deutsche Tischtennis-Bund und seine 18 Landesverbände dazu aufgefordert, konkrete Vorschläge zu einem angepassten Sporttreiben für den Zeitpunkt vorzulegen, ab dem die aktuellen Kontakteinschränkungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie weiter gelockert werden. Das Präsidium des Deutschen Tischtennis-Bundes und eine Gruppe von Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen haben dazu die unten stehenden Empfehlungen entwickelt, die den politischen Entscheidungsträgern als Diskussionsgrundlage dienen können, über eine Hallenöffnung für den Tischtennissport zu befinden. Es handelt sich um Maßnahmen für die behutsame Wiederaufnahme gemeinsamer sportlicher Aktivitäten, die die jeweiligen Aktiven und Vereine strikt umsetzen müssten.

„Wir wollen keine Forderungen stellen oder gar Druck gegenüber der Politik aufbauen, sondern unseren Beitrag leisten, um solidarisch mit den anderen Gesellschaftsgruppen und Sportverbänden die Corona-Krise bestmöglich bewältigen“, stellt DTTB-Präsident Michael Geiger klar. „Dazu gehört im Rahmen einer schrittweisen Lockerung dann auch, das gemeinsame Sporttreiben unter Einhaltung von Distanzregeln zum persönlichen Schutz jedes einzelnen Aktiven zu ermöglichen. Unsere Sportart als Individual- und Nicht-Kontakt-Sport macht das – mit einer Reihe kleiner Anpassungen – unserer Meinung nach möglich.“

Zweistufiger Wiedereinstieg: erst Training, später Wettkampfbetrieb

Nicht zuletzt der DOSB hatte auf die aus dem Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen resultierende Vereinsamung und den Bewegungsmangel sowie auf die hohen sozialen und psychischen Belastungen in den Familien hingewiesen, denen mit der Öffnung für den Vereinssport entgegen gewirkt werden könne. Der Dachverband des deutschen Sports hatte Mitte April zehn sogenannte Leitplanken veröffentlicht, durch die bei konsequenter Anwendung das Ansteckungsrisiko verringert wird. Die Spitzenverbände sollten unter Berücksichtigung dieser Leitplanken sportartspezifische Übergangsregelungen erarbeiten.

„Sportvereine leisten einen wertvollen Beitrag zum Miteinander der Gesellschaft und der Gesundheit. Die nachvollziehbaren Einschränkungen zur Verlangsamung der Pandemie sind auf lange Sicht leichter zu ertragen, wenn man den Menschen zumindest an kleinen Stellen eine Perspektive gibt“, so DTTB-Generalsekretär Matthias Vatheuer.

Das DTTB-Konzept sieht einen zweistufigen Wiedereinstieg vor, zunächst in den Trainings-, danach in den Wettkampfbetrieb, der regulär Ende August beginnen würde. Tischtennis-Deutschland hatte bereits am 1. April die Spielzeit 2019/20 für den Mannschaftsspielbetrieb in ganz Deutschland von der untersten Kreisklasse bis zur Bundesliga mit Ausnahme der TTBL-Play-offs für beendet erklärt.
Empfehlungen des Deutschen Tischtennis-Bundes für den Wiedereinstieg in den Trainings- und Wettkampfbetrieb

Beschreibung Tischtennis allgemein:

Tischtennis ist Individualsport
Tischtennis ist kein Kontaktsport
Trainingspartner*in/Wettkampfgegner*in sind mindestens 2,74 Meter (Länge des Tisches) voneinander getrennt

Anpassungen in der Trainings- bzw. Wettkampfpraxis

Die geltenden Abstands- und Hygienemaßnahmen werden eingehalten
Die Trainingszeiten werden individuell innerhalb der Obergrenzen für die Teilnehmerzahl eingeteilt (kein offener Trainingsbetrieb)
Auf- und Abbau von Tischen und Materialien erfolgt durch fest eingeteilte Personen, die dafür Handschuhe und Mundschutz nutzen
Dort, wo es räumlich möglich ist, werden die Tische zum Training im Außengelände der Hallen aufgestellt
Alle genutzten Tische werden räumlich durch Umrandungen voneinander abgetrennt, bei Hallen mit Trennvorhängen werden auch diese genutzt. Die Spielboxen (laut Regel mindestens 12 x 6 Meter) können auch größer gebaut werden
Die Spieler*innen nutzen ausschließlich eigene Schläger, keine Leihschläger vom Verein/Trainer
Es gibt fest eingeteilte Trainingspaarungen
Für Angehörige von Risikogruppen wird zu bestimmten Zeiten geschütztes Training angeboten
Zwischen zwei Tischbelegungen wird jeweils eine 10-minütige Pause eingeplant, um einen kontaktlosen Wechsel am Tisch zu ermöglichen
Es wird kein Doppel gespielt
Die Spieler*innen einer Paarung nutzen jeweils einen eigenen Ball, den nur sie/er berühren bzw. ins Spiel bringen darf
Die beiden Bälle der Trainingspaarung sind deutlich voneinander unterscheidbar (z.B. weiß/orange)
Es findet kein Training am Ball-Roboter sowie kein Balleimer-Training statt
Es gibt keinen Seitenwechsel
Umkleideräume und Duschen werden nicht genutzt
Kein Handeschütteln/Abklatschen zu Beginn und Spielende
Kein Anhauchen des Balles
Kein Abwischen des Handschweißes am Tisch
Trainer*innen im Nachwuchstraining halten Abstand, tragen einen Mundschutz und führen keine Bewegungskorrekturen/Hilfestellungen durch

Wettkampfbetrieb (regulärer Beginn Ende August)

Zusätzliche Regelungen für Wettkämpfe:

Die Anreise zu Wettkämpfen erfolgt individuell, nicht in Fahrgemeinschaften
Individualwettkämpfe finden unter Begrenzung der in der Halle anwesenden Personenzahl gemäß den jeweils geltenden Vorschriften statt
Das Spielsystem im Ligenspielbetrieb kann den zum Zeitpunkt des Saisonbeginns geltenden Bestimmungen angepasst werden (3er-, 4er-, oder 6er-Mannschaft ohne Doppel)
Der gesamte Wettkampfablauf (Spielen, Coaching, Mannschaftsbank, ggf. erforderlicher Schiedsrichtereinsatz) wird so gestaltet, dass das Abstandsgebot über die gesamte Dauer des Wettkampfes eingehalten wird“

Die ersten Reaktionen in den sozialen Netzwerken wie in Foren schwanken zwischen vollständiger Ablehnung und großem Optimismus, dass es im Laufe des Sommers wieder losgehen kann. An den Spekulationen über die Umsetzbarkeit der Richtlinien möchte ich mich an dieser Stelle gar nicht beteiligen, das folgt gegebenenfalls zu ein em späteren Zeitpunkt. Denn der DTTB weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich hier um Empfehlungen, nicht aber um Verpflichtungen handelt. Was also auf politischer Ebene daraus gemacht wird, müssen wir erst einmal abwarten. Wenn man bedenkt, bei wie vielen anderen Themen es zwischen den Bundesländern und dann noch innerhalb der Bundesländer zwischen den diversen Städten und Gemeinden Unterschiede bei den Regelungen des Lockdowns gibt, bleibt es wahrscheinlich ein frommer Wunsch, eine bundeseinheitlich geltende Regelung zu bekommen. Naturgemäß werden schon verschiedene Hallengrößen dafür sorgen, dass die Lösung nicht für jeden Verein gleich aussehen kann. Zunächst einmal sind der Bund, das Land NRW und natürlich die Stadt Kerpen gefordert, sich beim Lockdown um die Belange der Sportvereine zu kümmern und klare Vorgaben zu machen, unter welchen Voraussetzungen wir wieder Tischtennistraining anbieten können. Der Vorstand wird dann dafür Sorge tragen müssen, dass wir alle gemeinsam die Vorgaben beachten und einhalten. Das wird wie in allen anderen Lebensbereichen mit Einschränkungen einhergehen.

In diesem Sinne, bleibt weiter gesund, achtet auf euch und nehmt Rücksicht auf andere!

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