1. Herren siegt bei NRW-Liga-Premiere

„Hermann Gerland pflegte immer zu sagen *Immer Glück ist Können – und immer Pech ist Unvermögen.*“ diese oder ähnliche Worte hatte ich mir beim Zwischenstand von 1:5 in Holzbüttgen schon für die Verabschiedung zurechtgelegt. Dass ich am Ende eines langen Abends andere Worte wählen durfte – und was eine zerbrochene Bierflasche und eine dicke Ferse damit zu tun haben – später mehr.

Zu unserer Premiere in der NRW-Liga reisten wir zum Oberliga-Absteiger nach Holzbüttgen. Die Jungs aus Kaarst hatten uns 6 Tage vor dem Spiel kontaktiert und gefragt, ob wir die Partie auf einen anderen Termin verlegen würden. Aufgrund der Kurzfristigkeit und mangels Termin-Alternativen konnten wir dieser Bitte leider nicht entsprechen. Gleichzeitig war uns klar, dass wir je nach Aufstellung des Favoriten vielleicht die Chance auf ein oder zwei Punkte haben würden.

In der Halle angekommen wurde schnell klar: chancenlos werden wir hier nicht untergehen. Obgleich Holzbüttgen natürlich über einen enormen Pool an Spielern verfügt, die allesam Verbands- oder NRW-Liga-Format haben. Dennoch ist es natürlich ein Unterschied, wenn zum Beispiel das vordere Paarkreuz komplett ausfällt. Nominell fehlten den Gastgebern gleich 4 Spieler, allerdings hörten wir hinterher, dass sich diese 4 Mann 2 Plätze in der Mannschaft teilen. Insofern fehlten also „nur“ zwei.

Die Doppel fingen an wie erwartet. Unser neu formiertes Doppel 1, Rafal Szyzka und Guido Schmitz, siegten souverän, während Mike Cerven und Robin Anders nach gutem Spiel und großen Kampf dem Spitzendoppel der Gastgeber zum Sieg gratulieren mussten. Nicht eingeplant war hingegen die Niederlage von Thorsten Hungenberg und Ralf Janßen, die in 5 Sätzen gegen Weinitschke/Cobbers verloren.

In die Einzel starteten wir im Anschluss leider auch nicht wie gehofft. In einem wahnsinnig engen Match verlor Rafal gegen Jonas Weitz, mit dem er vielleicht die eine oder andere Traininigs-Session zu viel eingestreut hat in den vergangenen Wochen.  😉  Mike Cerven hielt gegen den 2. Neuzugang der Kaarster, David Kümpel, bestmöglich dagegen, war am Ende aber ohne Chance. Als in der Folge Thorsten Hungenberg das nächste 5-Satz-Match gegen Aufschlagspezialist Alex Dieckmann verlor und Guido Schmitz gegen den jungen Weinitschke nicht ins Spiel fand und bereits mit 0:2 Sätzen zurücklag, legte ich mir insgeheim schon die eingangs erwähnten Worte zurecht.

Aber…. it´s not over till it´s over.  😎

Guido wehrte sich nach Kräften, klaute Satz 3 und war fortan viel besser im Spiel. Am Ende sprang ein glücklicher, aber nicht unverdienter Debütantensieg des listigen Linkshänders heraus. Im hinteren Paarkreuz bestägte Trainingsweltmeister Robin Anders seine gute Form aus dem Doppel und ließ gegen Cobbers – zur Überraschung vieler – nichts anbrennen. Mannschaftsführer Ralf Janßen hatte mit Alex Knajdek wenig Mühe, so dass es statt 1:6 nur noch 4:5 aus Mödrather Sicht stand. Der Anschluss war geschafft!

Nun waren auch die Jungs im oberen Paarkreuz on fire. Rafal Szyszka siegte deutlich gegen Kümpel – und auch Mike zeigte gegen seinen ehemaligen Teamkameraden Jonas Weitz ein Riesenmatch. In einem Duell auf Augenhöhe wog es hin und her. Matchbälle hüben wie drüben wurden vergeben, bis es letzlich dem sehr stark spieldenem Jonas vergönnt war, den Sack mit dem engsten aller Ergebnisse zuzumachen. Schade Mike. Aber auf diese Leistung lässt sich definitiv aufbauen.

Traumstart im Mödrather Dress: Guido Schmitz

Die Mitte sorgte dann für die 1. Mödrather Führung. Dabei sah es bei Guido zunächst gar nicht gut aus. Seine rechte Ferse machte uns Sorgen – und bereitete ihm große Schmerzen. Mit 120 Gramm stinkender Pferdesalbe am Fuß rutschte er zunächst mehr, als dass er festen Boden unter den Füßen hatte. Bedingt durch diesen Umstand war er jedoch gezwungen, näher am Tisch zu bleiben. Was gegen Diekmann keine so schlechte Option sein sollte. Diekmann kam mit Guidos Platzierungen in die tiefe Vorhand überhaupt nicht klar und konnte nicht an seine Leistung gegen Thorsten wenige Minuten zuvor anknüpfen. Dieser wiederum machte es im 2. Einzel weitaus besser und schlug Weinitschke sicher. Somit stand es 7:6 und ich ließ mich zu dem Spruch hinreissen „mein Match gegen Cobbers entscheidet über Sieg oder Unentschieden“. Man muss wissen, dass mir das Spiel des stoischen Widersachers nicht unbedingt liegt.  🙄

Entsprechen genervt von meinem eigenen Unvermögen und der Tatsache, dass ich nie ins Spiel fand, musste nach der 1:3 Niederlage zunächst der Tisch, dann mein Schläger und zuletzt die Kühltruhe dran glauben, die nach einem gelungen Aussenristpass 2 Meter nach hinten flog. „Ausgerechnet ich muss das Ding jetzt vergeigen“ schoss es mir durch den Kopf. Aber wir sind ein Team – und wenn einer nicht liefert müssen die anderen halt ran.  😀

Robin spielte erneut sicher und phasenweise richtig gut – was gegen Knajdek zu einem 3:1-Sieg reichte. Als Rafal und Hinkefuß Schmitz das Schlussdoppel ganz sicher mit 3:0 gewannen, kannte der Jubel keine Grenzen. Trotz der 4 Punkte von Guido, der einen Einstand nach Maß feierte, und der kaum für möglich gehaltenen Leistung von Robin mit 2 Einzelsiegen war es einmal mehr eine geschlossene Mannschaftsleistung „meines“ Teams. Es war natürlich sehr eng, aber in ein paar Wochen fragt niemand mehr danach. Diese Punkte nimmt uns keiner mehr. Und ich bin mir sicher, dass einige Teams bei 1:5 und 0:2 Satzrückstand aufgeben hätten. Aber nicht mit uns!

Nach fast 5 Stunden Spielzeit freuten wir uns auf eine verdiente Flasche Bier. Beim Blick in die Kühltruhe mussten wir feststellen, dass eine Flasche meinen Fußtritt nicht überlebt hatte. Wie gut, dass ich aus weiser Voraussicht mehr als nur 6 Flaschen eingepackt hatte. Scherben bringen eben doch Glück.  😛

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